Viel hören und lesen wir gegenwärtig von Kriegen, Wirrnissen und beunruhigenden Entwicklungen, die sich nicht nur in der „großen“ Welt ereignen, sondern auch in unserer unmittelbaren Umgebung Elend, Leid und Verzweiflung verursachen. Die Versuchung schneller Lösungen ist groß.
„Nach oben mögen sie ihre Hoffnung richten, nicht auf die Erde. Jesus Christus sei ihr einziger Reichtum, denn er ist die Liebe“, klingt in vielen Ohren wie eine Provokation – völlig falsch am Platz, denn es gilt ja „herunten“ anzupacken – und viel Ratlosigkeit greift um sich.
Der Apostel Paulus schreibt: „Freut euch in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet! Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für klug! Vergeltet niemandem Böses mit Bösem! Seid allen Men-schen gegenüber auf Gutes bedacht! (Röm 12,12–17)
Angela war mit diesem Text aus dem Römerbrief vertraut. Sie ermahnt ihre „Töchter“, dem Wort Jesu Christi zu trauen und allein die Hoffnung auf ihn zu setzen. In tiefer Verbundenheit mit Jesus Christus hat sie ihren Reichtum erfahren und erkannt. In ihrer Sehnsucht Gott zu dienen, war sie in jeder Begegnung bereit, „… auf Gutes bedacht“ zu bleiben und so als Pilgerin der Hoffnung die Menschen zu lieben.
Auch Papst Franziskus ermutigt uns als „Pilger und PilgerInnen der Hoffnung“ Geschwisterlichkeit und Barmherzigkeit zu leben und Zuversicht zu verbreiten. Dies gelingt uns nur, wenn wir in Gemein-schaft unterwegs sind: einander hörend, miteinander schweigend und füreinander betend.
Suchen wir in unserem Alltag stets aufs Neue jene Wege, die wir als „Pilger und Pilgerinnen der Hoffnung“ gehen können – die heilige Angela lädt uns dazu ein, Hoffnung zu leben, um Hoffnung zu geben.
Sr. Maria Riedl, Graz
Bild: Die ersten Krokusse – Foto Sr. Maria Riedl osu
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Nach oben mögen sie ihre Hoffnung richten,
nicht auf die Erde.
Jesus Christus sei ihr einziger Reichtum,
denn er ist die Liebe.“
Angel Merici, 5. Gedenkwort